Suche
nach Kursen
 Aktien
 Fonds
 Zertifikate
 Optionsscheine
 Optionen & Futures
 Rohstoffe
nach Artikeln
alle Artikel
nur Analysen
nur News
als Quelle
 
WKN/ISIN/Symbol/Name

Newsletter
 

Login Depot + Forum
 
Passwort vergessen?


 
 

Rohstoff-ETCs: Abflüsse gehen weiter


27.07.2018 - 11:41:31 Uhr
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Seit gut sieben Wochen kennen die meisten Rohstoffpreise nur eine Richtung: Nach unten, so die Deutsche Börse AG.

Der Bloomberg Commodity Index, der Anfang Juni noch bei über 90 Punkten notiert habe, sei bis auf unter 83 gefallen, aktuell seien es 84,37 Punkte (26.07.2018, 10:05). "Das Schreckgespenst eines Handelskriegs mit negativen Folgen für die Weltwirtschaft und damit auch für die globale Rohstoffnachfrage beunruhigt derzeit die Rohstoffmarktteilnehmer", bemerke Dora Borbély von der DekaBank.

Deutlich verbilligt habe sich zum Beispiel Kupfer: Am 7. Juni habe die Tonne noch 7.330 US-Dollar gekostet, jetzt seien es nur noch 6.167 US-Dollar. Für andere Industriemetalle wie Nickel und Zinn sehe es ähnlich aus.

"Es "flüchten" derzeit vor allem die kurzfristigen Anleger", erkläre Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Sie halte die Korrektur zwar für übertrieben, für eine Gegenbewegung sei es mangels richtungsweisender Impulse aber noch zu früh. Einige ETC-Anleger würden wieder Morgenluft wittern: Wisdom Tree melde für die vergangenen zwei Wochen Zuflüsse in Kupfer- (ISIN DE000A0KRJU0/ WKN A0KRJU) und auch Nickel-ETCs (ISIN DE000A0KRJ44/ WKN A0KRJ4). Auf Monatssicht stünden unter dem Strich aber deutliche Abflüsse, auch bei den Industriemetallkörben. Der ETFS Industrial Metals (ISIN DE000A0KRKG7/ WKN A0KRKG) komme auf Sicht von einem Monat auf ein Kursminus von 8,1 Prozent.

Goldpreis falle und falle. Der Goldpreis sei schon seit einigen Monaten im Abwärtstrend und zuletzt auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr gefallen. Am Mittwochmorgen habe die Feinunze 1.227 US-Dollar gekostet nach 1.272 US-Dollar vor einem Monat und über 1.350 US-Dollar im April.


Die Abflüsse aus Gold würden sich fortsetzen, wie die Händler einhellig melden würden. "Betroffen sind zum Beispiel Xetra-Gold (ISIN DE000A0S9GB0/ WKN A0S9GB), ETF Physical Gold (ISIN DE000A0N62G0/ WKN A0N62G) und Invesco Physical Gold (ehemals Source) (ISIN DE000A1MECS1/ WKN A1MECS)", erkläre Andreas Bartels aus dem ETF- und ETC-Handel der Commerzbank.

Auch Wisdom Tree, das US-Unternehmen, dass die Exchange Traded Products (ETPs) von ETF Securities übernommen habe, berichte von Abflüssen, und zwar schon die dritte Woche in Folge. Für die jüngste Schwäche würden die Wisdom Tree-Analysten die Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell vor dem US-Senat verantwortlich machen. "Sein optimistischer Ausblick auf die US-Wirtschaft hat die Aussichten für die Zinserhöhungen bestätigt." Höhere US-Zinsen und ein damit einhergehender stärkerer US-Dollar seien ungünstig für den Goldpreis. Lediglich Oliver Kilian von der UniCredit Group berichte von kontinuierlichen Zuflüssen in Gold-ETCs, unter anderem in den ETFS Physical Swiss Gold (ISIN DE000A1DCTL3/ WKN A1DCTL).

Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba, sehe einen Grund für den trotz politischer und wirtschaftlicher Risiken schwachen Goldpreis im robusten US-Dollar. "Das lokale Tief der Goldnotierungen müsste aber nahe sein." Aufgrund des wieder zunehmenden Sicherheitsbedürfnisses dürfte der Goldpreis wieder in Richtung 1.400 US-Dollar steigen.

Lambrecht zufolge zeige das Verhältnis des Dow Jones zum Goldpreis, wie relativ günstig Gold derzeit sei: Das Verhältnis sei nämlich so hoch wie zuletzt im Juli 2007 vor der Finanzkrise. "Der Vergleich legt eine deutliche Unterbewertung von Gold nah", stelle Lambrecht fest. Bekanntermaßen sei damals eine massive Verteuerung von Gold erfolgt. "Zwar nicht nächste Woche, aber mittelfristig, rechnen wir mit einem deutlichen Anstieg des Goldpreises."

Der Silberpreis sei sogar noch signifikanter zurückgegangen, denn Silber werde auch viel in der Industrie eingesetzt. Silber habe zwischenzeitlich nur noch 15,19 US-Dollar gekostet - so wenig wie zuletzt im April 2016. Aktuell seien es 15,54 US-Dollar. Auch Platin und Palladium, ebenfalls wichtig für die Industrie, würden schwächeln, Platin sei sogar auf ein Zehnjahrestief gefallen. Silber-ETCs (ISIN DE000A0N62F2/ WKN A0N62F) würden Wisdom Tree zufolge abgegeben, Bartels melde allerdings Zuflüsse.

Auch Öl habe sich verbilligt. Ein Barrel Brent koste aktuell knapp 74 US-Dollar, im Juli habe sich der Preis wieder in Richtung des 3,5-Jahreshochs von über 80 US-Dollar bewegt. "Die Aussicht auf wieder höhere Lieferungen aus Libyen und der Anstieg der russischen Förderung im Juli dämpfen die Angebotssorgen", erkläre Lambrecht. Die Marktteilnehmer hätten nun auf erste Schätzungen der OPEC-Produktion im Juli gewartet, die nächste Woche veröffentlicht würden. "Bis dahin dürften die Preise seitwärts tendieren." Bartels aus dem ETC-Handel der Commerzbank melde Abflüsse aus Öl-Produkten. Wisdom Tree zufolge habe es bei Öl-ETCs (ISIN DE000A0KRKN3/ WKN A0KRKN, ISIN DE000A1N49P6/ WKN A1N49P) zuletzt wenig Bewegung gegeben. Unter dem Strich stünden Abflüsse auf Monatssicht - allerdings auf kleiner Flamme. (Ausgabe vom 26.07.2018) (27.07.2018/fc/a/e)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:







Erweiterte Funktionen
Artikel drucken Artikel drucken Artikel versenden Artikel versenden
Weitere Analysen & News mehr
19.09.2018, PGIM Fixed Income
Der Einfluss von günstigen Indexfonds auf Rentenpläne
15.08.2018, J.P. Morgan Asset Management
Income-Barometer: Hoher Sicherheitsfokus behindert Ertragschancen
04.07.2018, UBS Asset Management
Größere Volatilität und geopolitische Unsicherheit schaffen neue Anlagechancen an den weltweiten Finanzmärkten
26.03.2018, Unigestion
Asset-Management-Branche: Entwicklung, Herausforderungen und Zukunft
08.02.2018, UBS Asset Management
Wachstumsaussichten sind wegen der Marktkorrektur nicht plötzlich verdampft
 

Copyright 2007 - 2018 rohstoffecheck.de, implementiert durch ARIVA.DE AG