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Ölmärkte: Nachfragesorgen und Entspannung auf der Angebotsseite schickten Rohöl auf Talfahrt


08.11.2018 - 18:10:00 Uhr
HSH Nordbank AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent hat seit Monatsbeginn spürbar nachgegeben, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Während der Ölpreis im Oktober durchschnittlich bei über 80 US-Dollar/Barrel notiert habe, sei dieser bis zum Beginn der Berichtswoche in zwei Stufen auf 73 US-Dollar/ Barrel zurückgefallen. Hierfür seien nach Ansicht der Analysten maßgeblich zwei Faktoren verantwortlich: (1) Wachsende Nachfragesorgen, v. a. in den Emerging-Markets und (2) nachlassende Sorgen vor einem totalen Verlust der iranischen Ölexporte in Folge der Gewährung von zeitlich befristeten Ausnahmen von den Sanktionen durch die US-Regierung.

Zudem sei es global jüngst vermehrt zu Lageraufbauten (v.a. "Floating Storage" und Zolllagerbestände in China) und einer Verschiebung am kurzen Ende der Terminkurve von Backwardation in Contango gekommen - was auf schwächere Fundamentaldaten hindeute. Der jüngste Ausverkauf weist eine recht hohe Ähnlichkeit zu dem starken Anstieg der Verkäufe auf, den wir im Juli am Ölmarkt beobachten konnten, so die Analysten der HSH Nordbank AG. Damals wie heute sei es zu einem spürbaren Anstieg der saudischen Ölförderung und einem gleichzeitigen Anstieg der US-Exporte (sowie seinerzeit zusätzlich zu einem Anstieg des libyschen Angebots) gekommen.


An den globalen Kapitalmärkten sei es in den vergangenen Wochen sichtlich zu einer Neubewertung der Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft für die kommenden 12 bis 18 Monate gekommen. So habe beispielsweise der IWF Anfang Oktober seine Wachstumsprognosen abgesenkt. Entsprechend hätten sich auch die Investoren am Ölmarkt Sorgen hinsichtlich der Ölnachfrage mit Blick auf das kommende Jahr gemacht.

Der Markt befürchte, dass die Ölnachfrage in den kommenden Quartalen nicht mehr so robust wachsen dürfte, wie bislang angenommen: Als Gründe hierfür würden sich die derzeit hohen Preise, der relativ starke US-Dollar, der die Ölnotierungen in Nicht-US-Dollar-Ländern noch stärker steigen lasse, und die Abschwächung der weltweiten Wirtschaftsdynamik anführen lassen. Gemäß ihrer BIP-Prognose von 3,4% für die Weltwirtschaft im nächsten Jahr und einem prognostizierten durchschnittlichen Ölpreis von 73 US-Dollar/Barrel in 2019 würden die Analysten das Ölnachfragewachstum für denselben Zeitraum auf knapp 1,45 Mio. Barrel/Tag YoY schätzen.

Auf der Angebotsseite sei es sichtbar zu einer Erleichterung gekommen und die Sorge um Angebotsengpässe sei zurückgegangen, nachdem die USA Käufern iranischen Öls Ausnahmeregelungen für einen Zeitraum von sechs Monaten eingeräumt hätten. Die betroffenen acht Länder seien Indien, mit einem erlaubten Importvolumen von 300 Tsd. Barrel/Tag, China (360 Tsd. Barrel/Tag), Südkorea (200 Tsd. Barrel/Tag; Ausnahme betreffe nur Kondensate), Japan (Raffineriebetreiber Idemitsu habe lediglich angekündigt, Käufe zu erhöhen) sowie die Türkei, Taiwan, Italien und Griechenland (Hellenic Petroleum habe angekündigt, keinen Gebrauch von der Ausnahmeregelung zu machen).

Die Gewährung der Ausnahmeregelungen impliziere jedoch nicht, dass sich die iranischen Ölexporte vorerst auf einem Niveau von 1,5 Mio. Barrel/Tag stabilisieren dürften. Vielmehr sei mit weiteren Rückgängen zu rechnen, wenn auch nicht mehr so rapide. Nichtsdestotrotz habe die US-Regierung das Vorhaben nicht aufgegeben, die iranischen Exporte mittelfristig auf null zurückzuführen. Daher würden die Ausnahmeregelungen nur vorübergehend (für 180 Tage) gelten, bis der Bezug für die vorgenannten Länder von anderen Bezugsländern sichergestellt sei. Die Analysten würden weiterhin mit einem sequentiellen Rückgang der iranischen Exporte auf 1,3 Mio. Barrel/Tag zum Jahresende und auf 1 Mio. Barrel/Tag Mitte/Ende des ersten Quartal 2019 rechnen.

Aus diesem Grund - kombiniert mit ihren anhaltend hohen Erwartungen bezogen auf das Nachfragewachstum - würden die Analysten die jüngsten Nachrichten nicht davon abhalten, auch weiterhin einen Ölmarkt im Defizit zu prognostizieren. Die Analysten würden mit einem anhaltenden Defizit bis mindestens Mitte 2019 und mit Ölpreisen zum Jahresende 2018 von 80 US-Dollar/Barrel rechnen. (08.11.2018/ac/a/m)






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