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US-Rohölproduktion: Neues Rekordniveau erreicht


10.09.2019 - 12:15:00 Uhr
DekaBank

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Die Ölpreise haben sich in den vergangenen Wochen bei 55 US-Dollar (für die US-Sorte WTI) bzw. 60 US-Dollar (für die europäische Ölsorte Brent) eingependelt, so die Analysten der DekaBank.

Weltweit würden sich am Rohölmarkt Angebot und Nachfrage die Waage halten, aber dieses Gleichgewicht erscheine fragil. Die Abschwächung der Weltwirtschaft und der Handelskonflikt zwischen den USA und China würden die Nachfrage bedrohen, die sich ohnehin schwach entwickle. Auf der Angebotsseite sprudele hingegen das Fracking-Öl aus den USA weiter. Die US-Rohölproduktion habe zuletzt mit 12,5 Mio. Barrels pro Tag ein neues Rekordniveau erreicht - ein Plus von 4 Mio. Barrels in drei Jahren. Im gleichen Zeitraum sei die OPEC-Ölförderung in der gleichen Größenordnung gesunken. Das Kartell sehe sich gezwungen, auf Marktanteile zu verzichten, um die Ölpreise zu stabilisieren. Sollte sich daran im weiteren Prognosezeitraum nichts ändern, spräche dies für ein relativ stabiles Ölpreisniveau.

In der ersten Jahreshälfte 2019 habe sich der globale Ölmarkt weitgehend im Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage befunden. Damit dies auch in Zukunft so bleibe und kein Überangebot entstehe, hätten die OPEC-Länder zusammen mit Russland ihre Vereinbarung zur Produktionsdrosselung bis März 2020 verlängert. Dies erscheine notwendig, weil die stark steigende US-Ölförderung - vor allem durch Fracking - zunehmend das Ölangebot aus den OPEC-Ländern verdränge. Die weltweite Nachfrage nach Rohöl nehme aufgrund der geringeren Konjunkturdynamik nur moderat zu. Knappheitsängste dürften den Ölpreis auf absehbare Zeit also nicht nachhaltig nach oben treiben.

Ob sich Rohöl in Zukunft sogar verbillige, werde unter anderem auch davon abhängen, wie weit die Produktionskosten der US-Frackingfirmen aufgrund des technologischen Fortschritts in Zukunft noch sinken würden. Zudem werde es für den Ölmarkt eine wichtige Rolle spielen, wie schnell, in welchem Umfang und zu welchen Kosten nachhaltige Alternativen zum Energieträger Rohöl gefunden würden. In ihrem Prognosezeitraum bis Ende 2020 würden die Analysten damit rechnen, dass die Ölpreise im Durchschnitt um die 60/65 USD-Marke verharren würden, d.h. auch mittelfristig werde ein nennenswerter Preisaufschlag der Sorte Brent gegenüber WTI bestehen bleiben. (Ausgabe September/ Oktober 2019) (10.09.2019/ac/a/m)




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