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Gold und Öl profitieren parallel von Gefahren in Nahost


14.01.2020 - 14:23:28 Uhr
BNP Paribas

Bad Marienberg (www.rohstoffecheck.de) - Die Rohölpreise sind am Mittwoch nach einem iranischen Raketenangriff auf US-Stützpunkte im Irak gestiegen und erreichten zeitweise neue mehrmonatige Höchststände, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Allerdings hätten die Notierungen bis zum Donnerstag deutlich nachgegeben, in erster Linie als Reaktion auf die Rede von US-Präsident Trump. Ähnliches gelte für die Feinunze Gold, die im Laufe des Mittwochs nur knapp an der Marke von 1.600 Dollar gescheitert sei. Wie beim Rohöl sei es jedoch später zu Gewinnmitnahmen gekommen. Was sei nun von den beiden Rohstoffen in den kommenden Monaten zu erwarten und wie sollten sich Anleger positionieren?


Bei Rohöl könne es nach Meinung von Analysten nur zu weiteren Preissprüngen kommen, wenn eine tatsächliche Unterbrechung der Öllieferungen die Versorgungslage ernsthaft gefährde. Das momentane Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage gelte als ausgeglichen, und abgesehen von einer echten Krise in Nahost könnte nur eine deutliche Belebung der lahmen Weltkonjunktur die Situation zugunsten höherer Preise verschieben. Allerdings stünden dann amerikanische Fracking-Unternehmen Gewehr bei Fuß, um neue Lagerstätten zu erschließen.

Vor diesem Hintergrund dürften die Kurschancen von Öl begrenzt bleiben und ein Direktinvestment erscheine eher unattraktiv. Allerdings würden sich Aktien von Rohölunternehmen als interessante Alternative anbieten. Diese würden auf dem momentanen Preisniveau ausreichend verdienen, um ihre Aktionäre mit hohen Ausschüttungen zu bedienen. Die Dividendenrenditen lägen aktuell teilweise über 5 Prozent.

Gold gelte zwar als die klassische Krisenwährung, aber Kursreaktionen auf geopolitische Entwicklungen hätten oft nur kurzfristigen Charakter. Tatsächlich sei der Preis schon im Sommer aus einer jahrelangen Seitwärtsbewegung ausgebrochen, nicht zuletzt aufgrund der Lockerung der US-Geldpolitik. Da überhaupt nicht absehbar sei, dass auf den Anleihemärkten wieder auskömmliche Renditen erzielt werden könnten, sei davon auszugehen, dass es auch in Zukunft immer wieder zu Nachfrageschüben bei Gold kommen dürfte.

Die meisten Rohstoffanalysten seien daher für die längerfristigen Aussichten des Goldpreises positiv gestimmt. Allerdings eigne sich Gold, anders als ein Aktienportfolio, nicht als Basisinvestment, sondern sollte nur einen geringen Anteil der gesamten Geldanlage ausmachen. Anleger, die diese Strategie verfolgt hätten, seien in den vergangenen Jahren sehr gut damit gefahren. Wer für die kommenden Monate von einer Seitwärtsbewegung ausgehe, für den würden sich Discount Zertifikate als Kurzfristinvestment anbieten. (Ausgabe vom 10.01.2020) (14.01.2020/rc/a/e)






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