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Rohöl: Keine Panik


10.05.2021 - 15:51:10 Uhr
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Der Cyberangriff, der zur Schließung der Colonial Pipeline in den USA führte, hat bisher geringe Wirkung auf den Rohölpreis, so die Analysten der NORD LB.

Der Preis für das Fass Brent habe sich bis zum Bekanntwerden am Freitag von seinem Hoch von knapp unter 70 USD/b am Mittwoch auf 68,27 USD/b ermäßigt. Sogar der Spread zum amerikanischen WTI sei in etwa unverändert bei 3,90 USD/b geblieben. Auch im frühen Handel am Montag hätten sich die Rohölpreise kaum bewegt. Sehr wohl hätten die lokalen bzw. nationalen Produktenpreise reagiert wie am US-Benzinpreis zu sehen gewesen sei, der sich nach einem heftigen Ausschlag nach oben mit einem Plus von etwa 4% gegenüber Freitag verteuert habe. Immerhin würden im betroffenen Netz täglich 2,5 Mio. b/d von den Raffinerien im Süden in den Nordosten der USA gepumpt, ein Volumen, das etwa 45% des gesamten Verbrauchs in den angebundenen Regionen bzw. gut 2,6% des Weltverbrauchs umfasse. Damit sei das Stückchen Infrastruktur wichtig genug, um Joe Biden über die Lage zu informieren.

Die Angreifer hätten, zufällig oder nicht, einen für sie günstigen Zeitpunkt gewählt. Jedenfalls stehe die sogenannte "Driving-Season" vor der Tür, eine Zeitspanne in den USA, in der sich die Menschen normalerweise besonders mobil verhalten würden und der Ölverbrauch im Jahresverlauf überdurchschnittlich hoch sei, ein Phänomen, das heuer aufgrund des Ausklangs der Pandemie bedingten Restriktionen besonders deutlich lebhaft verlaufen könnte. Gleichzeitig seien die Produktenlager in den Regionen offenbar eher nicht so gut gefüllt. Trucks und auch Tanker (Schiffe) seien schon in Bewegung gesetzt. Letztere würden die Märkte in der Karibik und Europa beeinflussen. Die betroffene Menge werde sich durch den Einsatz von Trucks aber kaum kompensieren lassen und sie seien nicht unmittelbar verfügbar. So hänge alles davon ab, wie schnell man in der Lage sein werde, das System wieder in Gang zu bringen. Da die ganze Palette an Produkten (Benzin, Diesel, Kerosin, Heizöl) gepumpt werde, sei das keine triviale Angelegenheit, die eben normalerweise von Computern gesteuert werde.

Der Vorfall habe das Potenzial, die Ölmärkte kräftig durcheinanderzuwirbeln mit Effekten bis hin zu gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen (BIP und Inflation). Bisher gehe der Markt davon aus, dass der Ausfall des Leitungssystems relativ schnell behoben werden könne und es vor allem auch keine physischen Schäden gegeben habe. Es sei abzuwarten, ob das so bleibe. Mit erhöhter Volatilität sei auf jeden Fall zu rechnen. (10.05.2021/ac/a/m)




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