Logo
Analysen - Edelmetalle
14.04.2026
Schock an den Märkten, Goldminenunternehmen im Sog
Crédit Mutuel AM

www.rohstoffecheck.de

Paris (www.aktiencheck.de) - Der Angriff des Iran auf Katars Gasanlagen hat sich umfassend ausgewirkt und einen neuen Ausverkauf risikoreicher Anlagen ausgelöst, so Charlotte Peuron, Portfolio Manager Thematic Equities bei Crédit Mutuel Asset Management.

In Phasen solcher umfassenden Verkäufe werde auch Gold verkauft, um den Liquiditätsbedarf zu decken. Goldminenaktien seien doppelt betroffen: sinkende Gold- und Aktienkurse. Derzeit werde dies durch die starke Performance im Jahr 2025 (Gold +65%, NYSE Arca Gold Miners Index +165%) noch verstärkt. Anleger würden in den am stärksten gestiegenen Marktsegmenten Gewinne mitnehmen. Zudem sei der Ölpreis nach einem Monat Krieg sprunghaft angestiegen und setze alle Volkswirtschaften weltweit unter Druck. Die derzeitige Volatilität in diesem Sektor sei in einem solchen Kontext nicht ungewöhnlich. Am Tag von Trumps Ultimatum (07.04.2026) hätten Gold und der Index der Goldunternehmen immer noch um 7,7% bzw. 10,7% im Plus gelegen (seit Jahresbeginn in US-Dollar).

Auf kurze Sicht seien einige Indikatoren weniger günstig: Das potenziell inflationäre Umfeld habe die Erwartungen hinsichtlich weiterer Zinssenkungen, insbesondere durch die Fed, gedämpft, während der US-Dollar an Stärke gewinne. Kurzfristig würden Verkäufe von Gold-ETFs und die Auflösung von Positionen an der COMEX die Preise belasten. Einige Zentralbanken würden die hohen Preise nutzen und auf ihre Goldreserven zurückgreifen, um bestimmte Ausgaben zu finanzieren (z. B. Polen und Russland).

Nach dem Schock dürfte die physische Nachfrage mittel- bis langfristig jedoch mit sinkenden Preisen wieder anziehen. Tatsächlich habe der starke Anstieg Ende 2025 und Anfang 2026 die physischen Goldkäufe gebremst - vor allem im Schmuckbereich, dem preissensibelsten Segment. Gleiches gelte für die Zentralbanken: Anfang Januar habe die polnische Zentralbank erklärt, sie beabsichtige, ihre Käufe fortzusetzen (für 2026 sind 15 Tonnen geplant), bevor sie Ende Februar von dieser Aussage wieder abgerückt sei.

Langfristige Faktoren wie die Entdollarisierung der Weltwirtschaft würden bestehen bleiben. Der Krieg gegen den Iran und der sich nun hinziehende "Kampf um die Straße von Hormus" würden zu geopolitischer Instabilität führen, wirtschaftlichen Risiken (Stagflation, Rezession, Unterbrechungen der Energieversorgungsketten usw.) und finanzieller Instabilität. All dies wirke sich positiv auf Gold und sichere Anlagewerte aus, wobei der Ausgang und der zeitliche Verlauf dieses Krieges weiterhin ungewiss seien.

Die Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise seien von Bergwerk zu Bergwerk unterschiedlich, wobei die im Produktionsprozess verbrauchte Energie in der Regel aus dem nationalen Stromnetz bezogen werde. Im Rahmen der Asset-Management-Strategie habe Charlotte Peuron für 2026 Produktionskosten zwischen 1.700 und 1.800 USD pro Unze prognostiziert (gegenüber 1.540 USD pro Unze im Jahr 2025) und dabei die potenziellen Auswirkungen der Energie- und Reagenzienpreise (chemische Produkte) berücksichtigt.

Charlotte Peuron bleibe bei optimistischen Aussichten für Gold und die erfolgreiche Umsetzung der Produktionsprognosen durch Goldminenunternehmen, was das Gewinnwachstum und die Generierung von freiem Cashflow vorantreiben dürfte. (Ausgabe vom 08.04.2026) (14.04.2026/ac/a/m)



© 1998 - 2026, rohstoffecheck.de